Altes Gefängnis

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Das Alte Gefängnis grenzt an die Gerichtshöfe (mit denen es ursprünglich verbunden war) in Gozos Zitadelle. Die heutige Eingangshalle diente im 19. Jahrhundert als Gemeinschaftszelle und beheimatet heute eine dauerhafte Ausstellung über die Festungsanlagen, während ein separater Block aus sechs Einzelzellen den Rest des Gefängnisses bildet, das von Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Betrieb war.

Gleich nach der Ankunft auf Malta nutzte der Souveräne Malteserorden dieses Gefängnis, um seine rauflustigen und störenden Mitglieder dort einzuschließen. Auf der Liste der berüchtigten Insassen steht kein geringerer als Fra Jean Parisot de La Valette, Großmeister und Befehlshaber während der Großen Belagerung 1564 und Gründer von Valletta. 1538 verbrachte er vier Monate im Gefängnis von Gozo, nachdem er einen anderen Mann attackiert hatte (der kein Ritter war).

Die Wände der Zellen und die Flure im Alten Gefängnis sind mit Wandmalereien bedeckt. Hierbei handelt es sich um die größte Sammlung historischer Wandmalereien der maltesischen Inseln. Es sind hauptsächlich Bilder von Seeschiffen und stammen aus verschiedenen Zeitaltern. Es gibt aber auch Handabdrücke, Kreuze, Namen, Daten, Spiele und menschenähnliche Figuren. Einige Insassen scheinen auch eine Strichliste über die Länge ihres Aufenthalts geführt zu haben. Diese Malereien sind ein faszinierender Einblick in das Leben derer, die hier eingekerkert waren.

Nach der Vertreibung des Souveränen Malteserordens von Malta wurde das Gefängnis weiter benutzt. Von Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein anderes Gebäude auf der anderen Seite der Zitadelle als Gefängnis genutzt. Einige Jahrzehnte lang wurde das alte Gefängnis für diejenigen in Untersuchungshaft genutzt, bis letztendlich für die modernere Einrichtung Platz gemacht wurde.