San Dimitri

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Diese Kapelle, voller Mythen und Legenden, liegt auf einer Landzunge am Rande des Dorfes von Għarb, nahe einer Klippe namens Ras San Mitri (St. Demetrius-Kapp). Die Kapelle steht an einem schönen Ort an einer Landstraße von Għarb und ist Gozos westlichste Kapelle.

Eine Kapelle aus dem frühen 15. Jahrhundert wurde im Jahre 1736 in das Gebäude, das wir heute sehen, umgebaut. Das Altarbild über dem steinernen Altar zeigt St. Demetrius zu Pferd, der mit einer alten Frau betet und einen jungen Mann in Ketten. Dies bezieht sich auf eine von mehreren Legenden über die Kapelle.

Diese Legende – ein Liebling der Historiker und Dichter gleichermaßen – erzählt, wie eine alte Frau namens Natalizja Cauchi mit dem Spitznamen Żgugina, eines Nachts mit ihrem Sohn Matthäus zu Hause war, als barbarische Piraten die Insel überfielen, in Żguginas Haus einbrachen, sie niederschlugen und mit ihrem Sohn entkamen. Die unglückliche Frau lief weinend zur St. Demetrius-Kapelle und schüttete ihr Herz in einem leidenschaftlichen Gebet mit den folgenden Worten aus: „San Dimitri, bring mir meinen Sohn zurück, und ich werde deine Lampe mit einem Maß Öl beleuchten“.

St. Demetrius hörte ihr Flehen. Sie sah, wie er aus dem Gemälde ritt und die türkische Galeere verfolgte. Bald kam er zurück und hielt den Jungen in seinen Armen. Er ging wieder in das Bild zurück, aber ein Abdruck von dem Huf seines Pferdes blieb auf dem Felsen. Die dankbare Zgugina hielt Tag und Nacht eine Lampe für den Heiligen angezündet.

Ein Schlusssatz dieser Legende besagt, dass bei einem Erdbeben der Fels, auf dem diese erste Kapelle gebaut wurde, brach und ins Meer fiel, aber die Kapelle nicht zerbrach. Seeleute und Fischer haben oft berichtet, dass sie ein Licht in den Tiefen des Meeres sehen – die Lampe der Zgugina brennt immer noch unter Wasser!

Eine andere Version dieser Geschichte erzählt von einem Schiff, das in der Nähe Anker geworfen hatte. Der Anker steckte fest und konnte nicht wieder gelöst werden, weswegen ein Matrose über Bord sprang, um zu versuchen, den Anker locker zu hebeln. Als er nicht auftauchte, ging ein weiterer Seemann ins Wasser, um ihn zu suchen. Nach einer Weile tauchten beide Matrosen auf und erzählten der eingeschüchterten Mannschaft, wie sie auf dem Meeresboden die Kapelle mit der Lampe vor der Malerei gesehen hatten, die immer noch brannte.

Der Mosaikboden der Kapelle wurde im Jahre 1935 gelegt, und die Wände wurden 1950 mit Mosaik bedeckt. Andere Gemälde in der Kapelle stellen St. Paulus, St. Aristarchus (einer von Paulus‘ Gefährten auf Malta), Mariä Himmelfahrt und das Heilige Antlitz Christi dar. Die Kapelle hat eine kleine Sakristei und einen angenehmen Zuntier (Vorderterrasse).

Das Fest zu Ehren des Heiligen Demetrius wird am Sonntag nach dem 9. Oktober gefeiert. Die Kirche wird gut von der Gemeinde von Għarb gepflegt. Der Erzpriester von Għarb ist dabei auch der Rektor der Kapelle.