Karneval

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Die Karnevalwoche ist zweifelsohne eine der buntesten Veranstaltungen im gozitanischen – und maltesischen – Kalender. Der Karneval geht traditionellerweise der christlichen Fastenzeit voraus und sorgt fünf Tage lang für Ausgelassenheit. Viele Menschen verkleiden sich in bunten Kostümen und verstecken ihre Gesichter hinter Masken.

Karneval ist eng mit der maltesischen Folklore verbunden und wird auf Malta seit der Ankunft des Souveränen Malteserordens 1530 gefeiert. Einige Studien datieren den ersten Karneval sogar auf 1470 zurück. Bis 1751 wurde der Karneval ausschließlich in Valletta gefeiert, aber das trifft heute sicherlich nicht mehr zu.

Auf Gozo finden die Hauptaktivitäten auf dem Markt It-Tokk (Independence Square), dem Zentrum der Hauptstadt Ir-Rabat und in In-Nadur statt. Die Feierlichkeiten in ir-Rabat (Victoria) sind denen in Valletta sehr ähnlich – Motivwagen, Kostüme und allgemeine Ausgelassenheit. In Nadur ist der Karneval jedoch gnaz anders.

Nadurs Karneval ist sehr traditionell und spontan. Es gibt kein Organisationskomitee und keine Regeln. Die Kostüme dienen der Verkleidung – man will einfach nicht erkannt werden. Der Sonnenuntergang enthüllt eine Vielzahl an maskierten und vermummten Kreaturen, die sich durch die Straßen drängen. Die Menschen tragen lustige und groteske Kostüme, einige satirisch und die meisten bleiben stumm, um ihre Verkleidung zu unterstützen, was den Feierlichkeiten in Nadur den Beinamen „Der stille Karneval“ verschafft hat.

Die „Motivwagen“ in Nadur sind oft nur Wagen, die einfach von den Bauernhöfen mitgenommen wurden. Aber es gibt einen Nachteil bei den Feierlichkeiten. Unter den absurden Kostümen sieht man beschmierte Plakate mit Bemerkungen (viele Beleidigungen) über öffentliche und manchmal auch Privatpersonen. Um Beleidigungen zu vermeiden, sind viele indirekte oder verschleierte Referenzen, die das Wissen eines Einheimischen benötigen, um sie zu interpretieren.