Schmeckt nach Gozo

Gozos lokales Essen – klein, aber genau richtig auf Gozo

Das Essen und die Getränke werden auf Gozo mit Tradition gewürzt. Aber die Tradition ist hier lebendig und vital und nicht in der Vergangenheit gefangen. Wie reichhaltig eine Vergangenheit auch ist, erst hinterließen die Phönizier, Römer und Araber ihre Spuren und in jüngerer Zeit die italienischen, französischen und britischen Kolonien. Die gozitanische Küche fördert heutzutage das Kleine und Einheimische, wo einst Hersteller und Restaurants versuchten, den „internationalen“ Geschmack durchzusetzen. Sie haben herausgefunden, dass es nicht nur nachhaltig und verantwortlich ist, sich an die Wurzeln der Insel zu halten, sondern auch immer mehr das ist, was Besucher erleben möchten.

Die Slow-Food-Bewegung hat sich in Italien den Weg gebahnt. Auf Gozo hat die Bewegung jedoch ihren Ursprung und zwar in den ersten Dorfrestaurants in den 70ern und 80ern sowie den Holzofen-Bäckereien, die bis heute die Dorfstraßen mit unglaublichen Aromen füllen. Andere Einheimische haben die Verantwortung für das Bewerben von verantwortungsbewusstem Tourismus übernommen, indem Essen zum Übermitteln von Schlüsselprinzipien verwendet wird und das Verständnis der Rolle der Agrikultur für das ökologische und soziale Wohlbefinden der ländlichen Einwohner und Besucher gleichermaßen gesteigert wird. Touristeninitiativen drehen sich um experimentelle Tage der ländlichen Kultur, die von gozitanischen Betreibern angeboten werden, die am Puls der Zeit sind, gemischt mit einheimische Bauern und z. B. dem Erlernen von traditionellen Produktionsfähigkeiten.

Kleine Teller

„Klein ist schön“ ist eine Parole für einige der unverkennbare Gerichte Gozos. Runde Minikäse, die man als ġbejniet kennt, sind ein Favorit der Einheimischen, werden üblicherweise aus nicht pasteurisierter Schafsmilch hergestellt und entweder mit frischem Ricotta, mariniert oder gepfeffert oder traditionell getrocknet – draußen, auf den flachen Dächern der gozitanischen Häusern während der 300 Tage des jährlichen Sonnenscheins – serviert.

Der Käse ist ein Hauptbestandteil von Pastizzi – Mini-Pasteten, die sich als Snack eignen, während Sie versteckte Häfen, erhabene küstennahe Bögen und 5500 Jahre alte Ruinentempel bestaunen oder die Wanderwege entlang bummeln, wo riesige Kirchen von der überall auf der Insel aus zu sehen sind und auffallende Orientierungspunkte zur Verfügung stellen, die bedeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie sich verlaufen oder hungrig sind!

Für Essenspausen sollten Sie lieber Dorfbars anstatt touristische Restaurant aufsuchen, wo gozitanische Tapas serviert werden. Probieren Sie zalzett (Würstchen mit Koriandergeschmack) und bigilla (Bohnenpaste) mit knusprigem gozitanischem hobż Sauerteigbrot. Es ist perfekt, um mit lokalem organischem Olivenöl zu essen, das für seine leichte Säure und einem Hauch Salz durch die Meeresbrisen bekannt ist. Dann ist es an der Zeit, ein Dorffest (festa) zu besuchen und dort wird es auch Naschereien wie imqarte (Dattelgebäck) geben, um den Spaß anzufeuern. Unverkennbare gozitanische Weine und Biere tragen zum lokalen liquiden Vergnügen für Ihren Aufenthalt bei. Halten Sie nach Bars Ausschau, die Weinkrüge anstatt Flaschen servieren, um ein sehr traditionelles Erlebnis zu erfahren. Diese sind mit Früchten eines Gebietes gefüllt, dessen Sonne und kühlende Meeresbrisen einen abgerundeten, fruchtigen Wein mit guter Struktur und – sagen zumindest einige – einem Hauch von salzigem Geschmack haben. Das Weingut Tal-Massar bietet beliebte Führungen und Verkostungen an. Bierliebhaber können in der Zwischenzeit Gozos eigenes Gebräu schlürfen, freundlicherweise von der Lord-Chambray-Mikrobrauerei zur Verfügung gestellt, die 2014 in Xewkija eröffnet wurde. Dort gibt es auch Verkostungen.

Die charaktervollen Kleinproduzenten der Insel haben einen Riecher für Souvenirs. Besuchen Sie die berühmten Salinen in der Nähe von Qbajjar Bay und suchen sie nach dem altgedienten Manuel Cini, der hier oft an einer Wand sitzt, um sein wunderbares Meeressalz zu verkaufen – eine zeitlose Tradition, die im 21. Jahrhundert wiedergeboren wurde. Oder halten Sie nach Carmen Muscat und ihrem reinen Honig im idyllischen Wied-Rihan-Tal Ausschau.(Responsible Travel ezine feature – Gozo (March 2015))